Reaktivierung der Marienquelle - Glacisschützer

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Reaktivierung der Marienquelle

In Minden existierten zahlreiche Quellen, die bereits im 15. Jahrhundert von Mindener Chronisten beschrieben wurden. Viele sind durch Straßen- und Kanalisationsbauten inzwischen versiegt oder verschwunden. Eine noch heute vorhandene Quelle ist die Marienquelle, die zu Mindener Festungszeit den östlichen Graben des Ravelins Marientor speiste. Von dem Festungsgraben ist heute nur noch der Teich östlich der Villa Leonhardi, heute Kaiservilla, übrig geblieben. Dieser Quellteich lag auf dem damaligen Privatgrundstück des Commerzienrathes Leonardi, der damals sein Privatgrundstück einzäunte. Somit war die Quelle der Mindener Bevölkerung nicht mehr zugänglich.  Nach Protesten aus der Mindener Bevölkerung hat Commerzienrath Leonardi eine Rohrleitung durch den Glaciswall bis zur Mitte im Fischerglacis verlegen lassen. Dieser Quellteich schickte ab dann sein Wasser zum (neuen) Gesundbrunnen in der Mitte des Fischerglacis. An diesem Gesundbrunnen stand ein Stein mit der Inschrift "Wasser schafft Lebenskraft". Eine Gesellschaft älterer Herren, die sogenannten Glacishasen, holten sich hier bei ihrem morgendlichen Spaziergang ihren morgendlichen Labtrunk. Als nach dem ersten Weltkrieg der Zulauf der Quelle in die Kanalisation geleitet wurde, wurde auch der Stein entfernt. Als Begründung wurde die völlige Verrattung des Zulaufrohres angeführt. Der Gesundbrunnen der Marienquelle im Fischerglacis ist in Überesten heute noch zu erkennen. Hier fließt von einem kleinen gemauerten Brunnenring aus ein spärliches Rinnsal, welches nach mehreren Metern im Glacis versickert. Vom eigentlichen Gesundbrunnen ist nichts mehr übrig geblieben. Vom Genuss des Wassers ist dringend abzuraten. Dass die eigentliche Quelle im nördlichen Teil des Quellteiches östlich der Kaiservilla liegt, lässt sich daran erkennen, dass dieser Teil selbst im Winter nicht zufriert, und der Quellteich seinen Wasserstand stetig konstant hält.
Brunhild Wagner von den Glacisschützern setzt sich besonders für diesen Abschnitt ein. So wurde der ehemalige Gesundbrunnen der Marienquelle im Fischerglacis von den Städtischen Betrieben Minden (SBM) gereinigt und freigelegt. Optisch wurde der Bereich hervorgehoben durch eine Einfassung mit Baumstämmen, Sandsteinblöcken und einer Sitzbank. Von diesem Mitglied der Glacisschützer wird dieser Teil des Fischerglacis so weit wie möglich sauber gehalten. Geplant ist, mit den SBM den Quellteich östlich der Kaiservilla ebenfalls optisch wieder hervorzuheben. Durch Rückschnitt diversen Wildwuchses soll das Versumpfen des Teiches durch Laub- und Asteinfall vermieden werden, damit der Teich besser zur Geltung kommt. Er soll wieder ein Hingucker für Spaziergänger und Anwohner werden.

Quellenangabe:   Mindener Heimatblätter Nr. 12 Dez. 1960
                        Bau-und Kunstdenkmäler von Westfalen. Band 50 - Stadt Minden


Die Marienquelle damals und heute




Der Quellteich der Marienquelle

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